Wer setzt Kindern noch Grenzen.... (ein Gastbeitrag von Anja Harnisch)

..... Titel der gestrigen ZEIT.

Schon seit Wochen spreche ich mit meiner Mama darüber, dass ich gerne einen Gastpost über den Erziehungsstil vieler Mütter schreiben möchte und dann flattert heute morgen die aktuelle Ausgabe der ZEIT ins Haus mit dem Titel * Wer setzt Kindern noch Grenzen?* 
Ha! dachte ich und machte mich gleich ans Werk, denn dieser Post geht mir seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf und das Thema erst recht nicht ;))

Aber vorweg, bevor ihr euch alle fragt, was hier denn los ist.... :))  Ich bin Anja, die älteste Tochter von Christel, wohne in München und habe auf Lehramt studiert, arbeite aber nun in Vollzeit als Tagespflegerin, auch bekannt als Tagesmutter :)
Ich arbeite für zwei tolle Familien und wir sind uns über den Erziehungsstil einig, was eine der wichtigsten Voraussetzungen bei meiner Arbeit ist. Aber tagtäglich beobachte ich Szenarien, sei es auf dem Spielplatz, in der Musikstunde oder auf der Straße, die mir die Haare zu Berge stehen lassen.
Was ist da eigentlich passiert, frage ich mich. Wann haben Eltern aufgehört, Erziehungsberechtigte zu sein und wollen stattdessen einen auf *besten Kumpel* machen? 
Der autoritäre Erziehungsstil ist auf dem Rückzug, berechtigterweise..... Kinder schlagen, harte Strafen aussprechen und einen auf Diktator im Haus machen, das geht definitiv zu weit. Doch man kann auch streng sein ohne gleich autoritär zu sein. Streng ist vielleicht das falsche Wort.... ich würde eher sagen......  konsequent bleiben und dem Kind klare Grenzen setzen!
Die Zeit fragt zu Recht: * Haben wir es zu weit getrieben mit der Abschaffung der Autorität?*


Ein Beispiel wird genannt aus einer Arztpraxis.... der Doktor erzählt im Interview, dass es in den letzten Jahren vermehrt dazu kommt, dass die Kinder auf den Regalen trommeln, Dinge durch den Raum werfen, Bücher zerstören und sich völlig daneben benehmen. Die Eltern, erzählt er, stehen hilflos daneben und wissen nicht, was sie tun sollen. 

Kein Einzelfall, auch ich beobachte tagtäglich solche Szenarien. Die Kinder tanzen den Eltern auf der Nase herum und das Schlimmste, die Eltern lassen es mit sich machen. Vielleicht weil sie Angst haben, wie die eigenen Eltern zu klingen.

Beispiel Musikstunde


Ein Beispiel.... einmal die Woche gehe ich mit den beiden Kleinen, 2 1/2 Jahre alt, in die Musikstunde. Man singt und springt durch den Raum und versucht den Kindern spielerisch kleine Reime und einzelne Lieder näher zu bringen. Doch es gibt immer ein bis zwei Kandidaten, die einfach nicht mitmachen wollen. Das ist auch an sich überhaupt kein Problem, wenn sie sich normal verhalten. Stattdessen turnen sie vor den Augen der Mütter auf den Fensterbänken herum, stören den Ablauf und benehmen sich komplett daneben. Den Müttern sieht man die Überforderung ins Gesicht geschrieben, mit leisem *Bitte Daniel ( nennen wir ihn mal so....) komm doch da herunter* oder * Daniel, das finde ich wirklich nicht in Ordnung* versuchen sie die Kinder dazu zu bewegen, wieder mitzumachen. Die Kinder machen jedoch weiter und die Mütter sitzen da und starren Löcher in die Luft. Da bestimmen die Sprößlinge die Spielregeln und das ist nicht richtig!
Manchmal frage ich mich, warum man nicht einfach kurz die Stimme erhebt und signalisiert, junger Mann, wenn du jetzt nicht damit aufhörst, müssen wir leider gehen, denn du störst mit deinem verhalten den Ablauf und das geht so nicht. Man muss sicherlich nicht schreien, aber man kann mit seiner Stimme sehr viel ausrichten.



 

Kuschelpädagogik auf dem Spielplatz


Auf dem Spielplatz jeden Tag das Gleiche.  Mütter, die überbesorgt ihren Kindern hinterherrennen und jeden Schritt überwachen. Es könnte ja sein, sie fallen hin.... Man kann nicht jeden Schritt überwachen, und nicht alles vorausplanen, was passieren könnte, doch man sollte eingreifen und vor allem durchgreifen, wenn das Kind agressiv gegen andere Kinder ist.
Beispiel.... Maria beißt Lena in den Unterarm, weil Lena auf dem Platz steht, auf dem Maria gerne auf die Schaukel warten möchte, beide Mütter stehen daneben. Was würdet ihr tun? Ich würde Maria zur Seite ziehen und ihr kurz mal deutlich klar machen, dass das so nicht geht und sollte es nochmals passieren, wir nach Hause gehen würden. Sie müsste sich bei Lena entschuldigen. Eigentlich klar.... Grenzen setzen und konsequent bleiben.
Diese Mutter hingegen hat erstmal gar nichts gemacht. Nachdem Maria wiederholt zugebissen hat, fragt sie ganz nett * Warum machst du denn sowas Maria? Wir beißen nicht* und wendet sich wieder von ihr ab. Naja, was soll ich sagen...tadaa...Maria hat natürlich nicht aufgehört, warum auch.... Am Ende wurde sie immer wieder von der Mutter gefragt, warum sie das denn mache , es wurde gedroht den Spielplatz zu verlassen, doch Konsequenzen folgten keine. Maria hat dabei sicherlich viel gelernt, nämlich, dass Beißen zwar nicht ok ist, aber so schlimm auch wieder nicht. Der Tag auf dem Spielplatz war vielleicht kurz etwas gefährdet, aber Mama fand es dann doch nicht soo schlimm und beim nächsten Mal bekomme ich eventuell noch ein Eis. Einfach weil ich es kann!




Warum können sich Eltern nicht mehr durchsetzen und strahlen manchmal so wenig Autorität aus? Natürlich ist das auch ein gesellschaftliches Problem. Alles wird teurer und in den meisten Fällen sind beide Eltern gezwungen arbeiten zu gehen. Wenn die Mutter nach einem Arbeitstag um 16 Uhr ihr Kind abholt, hat sie vielleicht nicht mehr die Kraft konsequent zu bleiben oder möglicherweise ein schlechtes Gewissen, weil das Kind so lange ohne sie war. 
Ein anderes Problem sind die Ansprüche an sich selbst..... Ich habe das Gefühl die Eltern wollen immer alles perfekt machen und setzen sich dabei unter Druck. Sie wissen oft nicht, wie eine gute Reaktion aussähe. Es gibt viel zu viele Erziehungsratgeber, für jeden Pups gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse und jeder Autor verspricht dir das Blaue vom Himmel. Theoretisch  hat man am Ende ein Kind, welches nicht nur ab der 3. Woche durchschläft, sich ab dem 6. Monat ohne weiteres abstillen lässt und danach jeden Brei isst, der natürlich BIO, Fairtrade und nur von den glücklichsten Karotten kommt ;), sondern sich auch noch tadellos benehmen und überhaupt mit drei schon alles kann.....  Wenn es doch nur so einfach wäre :)

Man kann nicht immer alles richtig machen und man kann vor allem seinem Kind nicht immer gerecht werden, aber es wirft einem das nicht vor. Es will einfach nur Kind sein und muss sich auch mal über Regeln und Grenzen ärgern, denn Streit ist wichtig und passiert in jeder Familie. Kinder müssen lernen, dass sie manches einfach nicht machen dürfen und dass man sich an Regeln halten muss. Konsequent sein und manchmal etwas lauter werden heißt nicht, dass man autoritär ist. Später kann das Kind auch nicht vor seinem Lehrer oder Arbeitgeber rumhüpfen und weinen, weil es nicht die Eins bekommen hat oder die Gehaltserhöhung. Ein bisschen streng sein schadet nie, das kann ich heute auch von mir behaupten :) und so ein Trotzanfall geht auch wieder vorbei, auch im Supermarkt.... Ich kann euch sagen, die anderen schauen nur deshalb so blöd, weil sie gespannt sind, wie man die Situation löst. Denn fast jeder hat die Situation an der Kasse schon mal durchlebt ;) 
Konsequent bleiben.... dann ist der Anfall beim nächsten Mal vielleicht schon nicht mehr so schlimm und beim nächsten Mal noch etwas weniger.....

Ui, jetzt habe ich aber ein Fass aufgemacht! ;)) Wenn es euch interessiert, gibt es vielleicht noch einen Post über Helikoptereltern und das Verhältnis Lehrer- Eltern. da gibt es noch einiges zu berichten
Bis dahin lasst es euch gut gehen!

Anja




Keine Angst, dies wird kein Erziehungsratgeberblog.... lach... ich bin mal gespannt, was du dazu sagst.... Morgen kommen meine Freitagsblümchen ♥ Hab noch einen schönen Tag, drück dich lieb ♥♥♥

Kommentare

  1. Ich sage zu diesem Bericht nur ja, ja ,ja. Toll, dass das mal jemand ausspricht. Ich sage auch immer , die oberste Verantwortung für die Kinder habe die Eltern und da gehört erziehen dazu! Ja, leider sind die meisten Mütter berufstätig, weil sie müsse oder wollen ? Ich war auch zu Hause bei meinen Kindern und man hat sich halt in allem etwas eingeschränkt. Es ging ! Ich bin froh, dass meine Kinder schon relativ groß sind und ich nur kopfschüttelnd und auch wütend dem irren Treiben zuschaue. Lg Elke

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  2. Was für ein wunderbarer Post. Du sprichst mir ganz aus dem Herzen !!! Ich habe jahrelang im Kindergarten gearbeitet und da weiß ich das es leichter ist konsequent zu sein- der Haushaltstress und das schlechte Gewissen sind sozusagen nicht im Kindergarten- für zu Hause sehe ich zwar die Problematiken, aber eine Mutter kann niemals Freundin sein- sie ist Erziehungsberechtigte und das ist eine andere liebevolle Art mit den Kindern zu leben. Und wer sagt das erziehen immer < leicht< ist ?? Aber es geht gut wenn man die Kinder und sich selbst ernst nimmt - ein JA ist ein JA und ein Nein ist ein NEIN.
    Das lernen die Kinder und wir als Erwachsene sollten ein gutes Beispiel geben !!
    Danke für deine Gedanken und fürs TEilen
    Gruß zu dir
    heiDE

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  3. Liebe Anja,
    ich habe es gelesen und ich habe auch ein Kind aufgezogen. Mein Sohn ist heute Lehrer an einem Technischen Gymnasium im Rems-Murr-Kreis. Er hat Autorität und ist auch Lehrer. Seine Schüler sind aber schon älter, weil er mit denen besser zurecht kommt, als mit den kleineren die neu auf das Gynasium kommen.

    Was mir auch schon aufgefallen ist, dass die Kleinen tatsächlich machen dürfen, was sie wollen. ABER, die Eltern sind ja nicht anders, wo sollen es die Kleinen denn dann beigebracht bekommen.

    Wenn schon die Eltern auf schmalen Gehwegen nicht hintereinander gehen, um den entgegenkommenden Leuten, die ebenfalls hintereinander gehen, Platz zu machen, dann kann doch nichts weiter kommen. Wenn es mit der Bildung hapert, dass man vieles den Kindern nicht mehr beibringt.

    Erziehung fängt im Elternhaus an und nicht in der Schule, wie manche Eltern meinen. Die Lehrer haben einen Bildungsauftrag und wenn schon die Eltern keine Erziehung genossen haben, wo sollen es die Kleinen und auch teilweise Heranwachsenden denn herhaben?

    Ich war neulich so entsetzt, dass ein gewissen Maß an Bildung auch bei den Heranwachsenden nicht mehr vorhanden ist. Leider!

    Ein Beispiel, ich fuhr neulich mit der S-Bahn nach Stuttgart. Eine junge Mutter ca. so 25 Jahre alt, hatte ihr keines Kind ca. 2 Jahre alt neben sich auf einem Platz sitzen. Die S-Bahn war gerammelt voll, Berufsverkehr. Das Kind saß auf dem Platz neben der Mutter, die Leute standen und auch einige ältere Personen waren dabei.

    Auf die Frage einer Mitfahrenden: "Bitte können Sie Ihr Kind auf den Schoß nehmen", antwortete die junge Frau: "Warum, ich mache mir doch meine Kleidung mit den Schuhen des Kindes doch nicht schmutzig!".

    Mit ist hier nichts mehr eingefallen, mir ist nur noch die Kindlade heruntergeklappt, normalerweise sage ich etwas, aber dazu hatte ich dann auch keine Lust mehr.

    Ich wünsche Dir trotz allem einen wunderbaren ABend und ein schönes Wochenende.

    Lieben Gruß Eva

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    1. Lieben Dank für deinen Kommentar liebe Eva, ja was hat sich da verändert? Leider wird immer öfter Benimm und Anstand nicht vermittelt. Du hast völlig recht alle müssen als gutes Beispiel vorangehen
      Ganz liebe Grüße
      Christel

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  4. Ein wirklich toller Beitrag! Manchmal muss man wirklich den Kopf schütteln, was so alles passiert und einfach so hingenommen wird.

    LG kathrin

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  5. Ich bin jetzt nicht mehr täglich mit Kindern zusammen und auch kaum noch auf Spielplätzen mit den Enkeln unterwegs, deshalb kann ich diese Beobachtungen weder bestätigen noch widerlegen. Ich finde aber gut, auch in einem Blog, der sich nicht gerade um ein solches Thema dreht, solche Fragen anzuschneiden. Bin gespannt auf weitere Reaktionen!
    Bon week-end!
    Astrid

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  6. Ein sehr guter Post der mir direkt aus dem Herzen spricht.
    Liebe Grüße
    susa

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  7. Alles irgendwie bekannt ..
    Doch was ist der Ausweg, wenn immer mehr junge Menschen Thyrannen werden (..Manfred Spitzer hatte doch darüber ein Buch geschrieben, wenn ich mich recht erinnere ..)?
    Ich finde es auch sehr anstrengend, wenn Kids dieser Art ihre Forderungen stellen und ihre Umwelt in höchste Not bringen: Fordern, Bewerten, Anschuldigen .. das kann exotisch-panoptisch-skurrile Formen annehmen!
    Die kleinen Wesen zu lieben, heißt auch ihnen eben Grenzen zu setzen, damit sie Kind sein dürfen und nicht “kleine Erwachsene“ oder “Kumpel“!
    Den Weg neu finden: Abgrenzung, Konsequenz - mit Liebe vermischt..
    Hier noch ein paar Hash-Tags zum Weiterlesen: #Rollenumkehr #Parentifizierung
    Beste Grüße
    Andreas aus Kreuzberg :)

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    1. Ganz genau lieber Andreas, Grenzen setzen heißt nicht weniger Liebe, im Gegenteil....
      Ganz liebe Grüße ins Wochenende
      Christel

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  8. Liebe Anja,

    du sprichst mir aus dem Herzen!
    Jeden Tag mache ich mir Gedanken was für Erwachsene wohl aus diesen Kindern werden!
    Kindern brauchen Grenzen, sie fordern diese ja auch ein, aber sie werden leider immer haltloser, da ihnen die Grenzen nicht gesetzt werden!
    Und auch um die Lehrer mache ich mir Sorgen! Ihnen wird vorgeworfen ein lockeres Leben zu führen, da sie ja ständig Ferien haben, während sie sich die Zähne ausbeißen an diesen "haltlosen" Kindern und deren Eltern!
    Liebe Grüße und schönes Wochenende wünscht dir
    Sabine

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  9. Liebe Anja , liebe Christel.....ein ganz toller Post, der wie gerufen kommt. Ich arbeite hier im Ort ja als Köchin im Kindergarten. Diese Woche musste ich bei den Kindern helfen, da wir viele krankheitsbedingten Ausfälle haben. Ich mag das sehr gern, da ich Kinder liebe. Ja, mir ist das schon seit langem aufgefallen und ich finde diese Entwicklung ganz schlimm. Leider meinen viele Eltern das es die Aufgabe der Kitas und der Schulen sind die Kinder zu erziehen. Diese Einrichtungen können aber nur unterstützen , und sind auf die Mithilfe der Eltern angewiesen. Aber woher sollen die Kinder zB. Anstand usw. lernen , wenn sie es nicht vorgelebt bekommen. Die Eltern sind das Vorbild ihrer Kinder. Obwohl ich mich so gefreut hatte diese Woche helfen zu können, war ich gestern froh als es vorbei war. Ich war in der Gruppe der zwei bis vierjährigen. So viele kleine Seelen die schon verkümmert sind. Mir tut das im Herzen weh. Eine zweijährige die schon psychisch krank ist. Mütter die in Behandlung sind weil sie keine Nähe zu ihrem Kind aufbauen können. Kinder von Alkohol und Drogenabhängigen Eltern.....und noch vieles mehr. Und wenn du siehst wie diese Kinder sich freuen wenn du nur ein bißchen auf sie eingehst. Mal mit ihnen spielst oder sie nur mal in den Arm nehmen um mit ihnen zu kuscheln . Und sie dir dann ein Lächeln schenken....da geht einem das Herz auf. Ich weiß ich kann nicht die Welt retten, dabei wäre es gerade mit diesen kleinen ein schöner Anfang.
    Liebe Anja , liebe Christel, ich danke euch für diesen tollen Post.
    Mir ist immer noch ganz schwer ums Herz ......
    Habt ein tolles Wochenende.
    Christine aus der Pfalz

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    1. Oh je, ja das kann ich mir gut vorstellen liebe Christine! Die sieht man viel Leid....
      Drück dich lieb ♥
      Christel

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  10. Liebe Anja,
    Obwohl ich selber keine Kinder habe, ( dafür aber alle meine Freundinnen), fand ich den Artikel spannend und habe ihn tatsächlich zu Ende gelesen. Als Außenstehender beobachte ich das Verhalten Eltern-Kind sehr gerne. Sage aber nichts dazu, weil dann heißt es ja gleich, ich könne da nicht mitreden. Ich denke, das ist nicht ganz so, aber man weiß ja nie. Ich bin im Gegenteil manchmal entsetzt, wie rabiat gerade junge Eltern auf ihre Kinder einschimpfen und rumzerren. Da denke ich immer nur, du armes Kind. Du kannst eigentlich später nur genauso werden.... Vielleicht kann man auch nur das weitergeben, was man selbst erfahren hat. Und vielleicht gehört auch ein bisschen Intelligenz dazu, es besser zu machen. LG Yna

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    1. Liebe Yna das ist dann wieder das ganz genaue Gegenteil.... herumschimpfen, ausrasten geht gar nicht. Aber ganz bestimmt Grenzen setzen und vor allem konsequent sein, aber denliebevollen Umgang dabei nicht verlieren... lach... keiner hat gesagt, dass Kindererziehung und Mutter sein leicht ist ;))
      Liebste Grüße ins Wochenende... bist du schon im Urlaub? ♥
      Christel

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  11. Warum Eltern nicht konsequent sind? WEIL ES ANSTRENGEND IST!!!! Jeder geht lieber den Weg des geringeren Widerstandes. Niemand mag unbeliebt sein. Es ist richtig harte Arbeit... Und darum nehmen viele diesen Weg. Bist Du dann diejenige, die es mit Unterstützung des Vaters konsequent durchsetzt, kommst Du Dir schlecht vor. Und trotzdem. Wir versuchen es dennoch. Ich denke, dass es heute wesentlich schwerer ist, konsequent zu sein, weil eben viele einen autoritären (nicht im negativen Sinn) Erziehungsstil verachten. Wir vertreten die Meinung, dass eine konsequente Ansage einen Korridor vorgibt, in dem sich das Kind entfalten kann, in dem es an Grenzen stößt, die ihm aber genau so auch eine nennen wir es "Geborgenheit" gibt. Letztendlich finde ich, dass jeder seinen Stil finden muss. Was nicht geht, dass andere Kinder verletzt werden, weder selig noch körperlich. Das geht gar nicht! Hach - ausuferndes Thema...
    LG
    Henrike

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    1. Du triffst den Nagel auf den Kopf liebe Henrike, es ist sicherlich anstrengend konsequent zu sein... und andere Kinder verletzen geht gar nicht, vielmehr da muss man einfach einschreiten....
      Ganz liebe Grüße
      Christel

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    2. Liebe Henrike,

      vielen Dank für dein Kommentar. Konsequent bleiben ist super anstrengend :) Ich merke es ja selbst und auch ich habe Tage, da würde ich am liebsten zu allem Ja und Amen sagen. Aber dann ist alles, was wir bis dahin aufgebaut haben, dahin. Kinder checken das sofort, ich habe mal auf ein Kind aufgepasst, dass doch tatsächlich eine Stunde gebrüllt hat, weil es jetzt keine 2. Kugel! Eis bekommen hat. Ich habe alternativ einen Apfel angeboten und wir sind Hand in Hand zum Spielplatz, er hat gebrüllt und gebrüllt. Am Abend habe ich die Geschichte der Mutter erzählt, sie meinte nur, naja, wenn er bei mir solange brüllt dann bekommt er halt seine 2. Kugel Eis. Mhmm, da wusste ich auch warum er das solange durchziehen kann, denn mindestens nach dieser Zeit bekommt er alles. Ich ertrage das auch kaum, aber ich kann dir sagen, bei mir hat er das nie wieder so lange durchgehalten. Der war am Ende fix und fertig und gebracht hat es zudem auch nichts, das hat er wohl kapiert. Ich möchte die Kinder ja damit nicht abstrafen oder ihnen weh tun, ich nehme sie dann auch in den Arm, erkläre ihnen die Situation aber ich gebe nicht nach, das zahlt sich am Ende immer aus.

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  12. AAAAAMEN!!! Puh, ich bin Grundschullehrerin .. und glaube mir: Die Kinder KÖNNEN! Und wehe ICH erhebe dann meine Stimme, dann stehn die Eltern auf der Matte!
    Ich weiß auch nicht, was da so gehörig schief gegangen ist ..
    Liebe Grüße
    Joy
    Die selbst Mama von drei Teenagern ist .. nur der Älteste hat den Aufstand an der Kasse geprobt .. ich hab keine Ahnung, wie die anderen direkt nach der Geburt davon erfahren haben, dass das keine gute Idee war - die haben es jedenfalls nie ausprobiert =)

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    1. Oh das glaube ich dir gerne liebe Joy! Das ist das nächste Problem, dass Eltern sich massiv in den Unterricht einmischen und nicht den Erziehungsauftrag der Lehrer anerkennen....
      Ganz liebe Grüße
      Christel

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    2. Oh man, mir geht es genau so. Ich arbeite im Kindergarten und stelle immer wieder fest das Eltern keine Kritik annehmen können und alles in den falschen Hals kriegen.Viele denken alle Anderen machen alles falsch nur Ihr Kind nicht.Unser aktuelles Thema ist "klauen und zerstören".Den Kindern ist gar nicht bewusst was es heisst Spielzeug vom Kindergarten in die Tasche zu stecken und die Eltern reagieren dann nur mit "Schätzchen das darfst Du aber nicht oder dann bezahlen wir es halt".Ich begreife solche Reaktionen nicht mehr.
      Ich habe selber zwei Kinder und bin froh um unser konsequentes Handeln und Vorleben.
      LG Michaela

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    3. BINGOOOOO.

      das weiß ich aus Erzählungen von Lehrern.

      Sagst du was, dann reiten die Elter vor und die haben sowieso die intelligentesten Goldschätzle.

      LG Eva

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  13. Ach ja, da sagst du was! Beim Durchlesen deines Posts konnte ich kaum ruhig sitzenbleiben, zu schrecklich sind die Szenen die du beschreibst. Glücklicherweise sind die meisten Eltern in meinem Umfeld nicht so, aber dennoch kenne ich genug solcher Situationen, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann (oder eben selbst ein paar Worte dazu verlieren muss).
    Warum das allerdings so gekommen ist, weiß ich auch nicht. Und hin und wieder beobachtet man ja auch an sich selbst "komische" Dinge. Mein Kleiner wollte letzte Woche Inlinerfahren lernen. DAMALS, als ich das lernte, habe ich meine Rollschuhe angezogen, bin losgezogen und habe es probiert. Heute läuft Mutti (ich!) neben dem, mit Schonern und Helm (nicht das ich das schlecht fände) vollausgestattetem Kind nebenher und versucht es aufzufangen, falls es fallen sollte. Ich musste über mich selbst den Kopf schütteln, konnte die ersten Runden aber dennoch nicht weggehen. Jaja, so ist das... ;-))
    Und was ich eigentlich gleich zu Beginn hätte schreiben können: Finde ich toll, dass du mal einen Gastbeirag übernommen hast. Und dieser rote Lippenstift steht dir wirklich klasse!! Ich bin immer nicht mutig genug für so ein Rot (trage generell kauum Lippenstift, aber wenn ich das so sehe ;-))
    Liebe Grüße an euch beide (Mutter und Tochter)
    Jutta

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    1. Jetzt antworte mal ich....lach... ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass du übervorsorglich bist liebe Jutta.... Inliner fahren lernen ist nun doch was anderes ;)) Es ist denke ich auch nicht so gemeint, sondern generell, die Kinder werden sehr egoistisch erzogen, bekommen es oft aber auch nicht anders vorgelebt..... mein Kind beißt zwar, aber..... meine Kleidung mache ich doch nicht schmutzig, wenn ich jetzt mein Kind auf den Schoß nehme um Platz in der Straßenbahn für ältere Menschen zu schaffen. Das sind eben solche Dinge.....
      Liebste Grüße ins Wochenende und Mut zum Rot!!
      Christel

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  14. Liebe Christel, nein, nein keine Bange, ich habe das schon richtig verstanden, nur habe ich mich neulich wirklich plötzlich "von außen" gesehen (und das schadet ja manchmal nicht). Ich habe erst hinterher die anderen Kommentare gelesen und das war auch gut so, denn beim Thema Unhöflichkeit der Kinder könnte ich mich total reinsteigernen. Sogar wenn die Eltern das Vorleben ist das oft so. Und etwas zu den lieben Kleinen sagen, möchten anscheinend viele Eltern nicht. Ich denke mir immer: wenn es den KIndern unangenehm ist, dass ich sie auf bestimmte Höflichkeitsfloskeln hinweise, dann sollen sie die doch einfach von sich aus sagen. Das gehört einfach zum sozialen Zusammenleben dazu. Und einmal hatte ich eine Bekannte auf meiner Terrasse sitzen, die an einem Nachmittag bestimmt 30mal zu ihrem Kind sagte "... sonst gehen wir sofort heim". Hätte ich sie nicht so gerne bei mir gehabt, hätte ich am liebsten mal "so nun solltet ihr wirklich heimgehen" erwidert. Das war einfach nur lächerlich. Jetzt habe ich doch wieder angefangen...
    Liebe Grüße nochmals
    Jutta

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  15. Toller Beitrag!
    Ich könnte Romane schreiben, wenn es über dieses Thema geht. Und dabei bin ich noch gar nicht so lange im Berufsleben. Aber als Erzieherin bekommt man doch so einiges mit.
    Nun bin ich selbst Mama und es sind auch ein paar Mamas im Freundes- und Bekanntenkreis, die in etwa so alt sind wie ich. Und was soll ich sagen? Manchmal bleibt mir der Mund offen stehen, wenn ich sehe, wie mit dem Kind umgegangen wird.
    Liebe Grüße
    Anette

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  16. Liebe Anja, toll dass Du Deine Themen im Blog Deiner Mutter vermittelst. Ich selbst habe im Alter von 18 Jahren ein Haushaltspraktikum bei einer Familie gemacht. Im Vorstellungsgespräch wurde die antiautoritäre Erziehung mit keinem Wort erwähnt. Um mich richtig zu verstehen, ich liebe Kinder und ich habe noch niemals eines geschlagen - aber antiautoritär ... naja. Das Kind hat mir die frisch gebügelte Wäsche in den Schmutz geworfen - ich durfte nichts dazu sagen - musste darüber hinwegsehen. Es hat mich gepiesackt wo immer es konnte. Es gipfelte darin, dass es mir beim Spühlmaschineeinräumen mit dem Fleischhammer auf den Kopf geschlagen hat. Da war für mich die Grenze des guten Willens überschritten und ich habe nach 6 Wochen gekündigt. Meine Tochter habe ich mit liebe und Regeln erzogen. Sie hat sich die meiste Zeit an die Regeln gehalten - da hatte ich kaum Probleme. Dennoch gab es Situationen, in denen ich auch meine Frau stehen musste und meine Regeln durchsetzen. Ich habe ihr dann auch immer erklärt, warum dies jetzt so sein muss, damit sie denn Sinn der Maßnahme erkennen konnte - dies hat uns oft weiter geholfen. Heute ist sie in der Pupertät und es kracht ab und an ... aber auch das werden wir noch schaffen. Liebe Grüße sendet Marion

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    1. Liebe Marion, vielen Dank für dein Kommentar :) Ohje, ich kann mir das sehr gut vorstellen. Gut, dass du das nicht mit dir hast machen lassen. Ich finde diese Wörter Antiautoritär oder Autoritär so blöd, es muss ein Zusammenspiel von beidem sein. Wie du gesagt hast, liebevoll aber mit Regeln erziehen und versuchen standhaft zu bleiben. Kinder werden sich auch nicht immer an Regeln halten, das macht ja keinen Spaß ;) aber sie wissen, dass es falsch ist und testen Ihre Grenzen, wenn du als Mutter da nicht konsequent bleibst, dann haben sie ja ihren Willen bekommen. Was ich häufig beobachte ist, dass die Mütter zwar erstmal Nein sagen, dann aber nicht dabei bleiben und das ist, meiner Meinung nach, das schlimmste. Über dieses Thema kann man sich ewig unterhalten und vielleicht gibt es ja bald nochmal was hören von mir :)
      Liebe Grüße Anja

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  17. Liebe Anja!
    Was für ein toller Beitrag und Du schreibst genau dass, was ich auch seit einigen Jahren beobachte und was mich auch wirklich erschüttert. Wie sollen diese Kinder jemals im Leben zurecht kommen? Ich habe selber 2 Töchter (17 und 15) und habe immer Grenzen gesetzt. Meine Kinder meinten ich sei abartig konsequent. Ich wurde früher oft schräg angeschaut, wenn ich meine Androhung auch umgesetzt habe, z.B. den Spielplatz verlassen, auch mal die Freundin nach Hause schicken... alles nicht schön, aber effektiv! Ich kriege die Motten bei Mütter wie der der kleinen Maria, die läppisch Dududu sagen und dann passiert nichts. Wir haben im Bekanntenkreis ein Paar mit dem Erziehungsstil. Mittlerweile sind die Söhne in der Pubertät und die Eltern stehen recht hilflos daneben. Man machte ein Familienwochenende. Der Älteste Sohn hatte keine Lust auf das Etagenbett und belegte das Elternschlafzimmer. Die Eltern schliefen im Etagenbett. Meine Töchter meinten nur trocken, dass sie nicht mal auf die Idee gekommen wären, oder falls doch, ein Augenbrauenzucken unsererseits für Klarheit gesorgt hätte. Kindererziehungs ist kein Zuckerschlecken und auch wir haben bestimmt einiges falsch gemacht. Doch im großen und ganzen denke ich, dass unsere Töchter auf einen guten Weg ins Erwachsenenleben sind. Danke für den tollen Beitrag. Hoffentlich erreicht er die richtigen Eltern! Ach ja, mein Mann und ich waren uns immer einig in Erziehungsfragen. Auch das ist super wichtig. Wenn wir unterschiedlicher Meinung waren, wurde das nie vor den Kinder disskutiert. Ich wünsche Dir liebe Anja und natürlich auch Dir liebe Christel ein schönes Restwochenende!
    Liebe Grüße
    Ulla

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Danke für Deine lieben Worte! Hab noch einen schönen Tag ♥